| POLITIK |
| 08. April 2011, 11:52 Uhr | FDP kämpft für natürliche Geburten |
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Düsseldorf. Der FDP-Gesundheitsexperte Stefan Romberg fordert aufgrund der steigenden Kaiserschnittquote in NRW von der Landesregierung einen wirksamen Handlungsplan, um den Trend zur Geburt im Operationssaal zu stoppen. Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes stieg die Zahl der Entbindungen durch Kaiserschnitt in NRW von 45.922 (2008) auf 45.995 (2009) an. Und dies bei einer gleichzeitig deutlich sinkenden Anzahl von Geburten. Die Zahl der Geburten sank in NRW von 146.248 (2008) auf 141.359 (2009).
„Bei einem Kaiserschnitt sind die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind deutlich höher als bei einer normalen Entbindung“, erklärt Romberg, der selbst als Arzt tätig ist. „Und während in NRW schon jede dritte Geburt durch einen Kaiserschnitt erfolgt, findet nebenan in den Niederlanden nur jede siebte Entbindung im Operationssaal statt. Das zeigt, dass es auch anders geht.“ Problematisch sei vor allem die lukrative Vergütung des Kaiserschnitts. „Die Kliniken erhalten für den Kaiserschnitt doppelt so viel Geld, wie für eine natürliche Geburt. Und das, obwohl der operative Eingriff im Gegensatz zur natürlichen Entbindung erheblich kürzer und häufig auch viel besser planbar sei“, so der FDP-Abgeordnete.
Romberg fordert daher von der Landesregierung eine bessere Aufklärung werdender Mütter und die Veröffentlichung der Kaiserschnittquote in den einzelnen Kliniken. „Viele werdende Mütter, die natürlich entbinden wollen, möchten ihr persönliches Kaiserschnittrisiko bei der Auswahl der Klinik berücksichtigen. Dafür benötigen sie transparente Daten.“