| POLITIK |
| 18. August 2010, 17:37 Uhr | Röttgen steigt mit in den Ring |
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Düsseldorf. Im Rennen um die Nachfolge von Jürgen Rüttgers als CDU-Landesvorsitzender hat heute auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen in Düsseldorf seine Kandidatur angekündigt und begründet. Er wolle die Partei wieder zu einer diskutierfreudigen Truppe machen.
Indirekt kritisierte er damit seinen Amtsvorgänger Rüttgers. Am Tag zuvor hatte Röttgen bereits alle 54 Kreisverbände der Union angeschrieben, seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt und seinen Gegenkandidaten, Ex-Integrationsminister Armin Laschet, kritisiert. Der hatte bereits vor zwei Wochen ein Bündnis mit Fraktionschef Karl-Josef Laumann und Generalsekretär Andreas Krautscheid geschmiedet und frühzeitig erklärt, neuer Landesvorsitzender werden zu wollen. Röttgen bezeichnete dieses Vorgehen in seinem Brief an die Parteifreunde als "Sommertheater", an dem er sich nicht beteiligen wolle. Tatsächlich aber wurde er wohl von Laschets Vorpreschen im Urlaub kalt erwischt.
Röttgen kündigte heute in der Parteizentrale an der Wasserstraße an, nicht nur CDU-Chef, sondern auch Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen werden zu wollen. Dabei erhoffe er sich nach seiner Wahl eine gute Zusammenarbeit mit Laumann, auch wenn der derzeit Laschet unterstützt - so wir offenbar eine deutliche Mehrheit der Funktionsträger der NRW-CDU. Und - die eigentlich neue Nachricht: Sollte Röttgen im Fall einer Kandidatur als MP unterliegen, werde er - wenn die Partei dies möchte - auch als Oppositionsführer im Landtag zur Verfügung stellen.
Politische Beobachter bezeichnen Röttgens Kandidatur, dem auch Ambitionen auf die Nachfolge von Angela Merkel im Kanzleramt nachgesagt werden, als ein hohes Risiko für ihn selbst, denn seine Wahl ist keineswegs sicher. Sollte er aber - durch die geplante Mitgliederbefragung - tatsächlich eine Mehrheit der Stimmen hinter sich bringen, dürfte er danach als Landesvorsitzender ein ihm gegenüber eher reserviertes Umfeld vorfinden. Kein Wunder, dass Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) heute in einem BILD-Interview sagte, sie beobachte das Postengerangel in der CDU mit großer Gelassenheit.
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