| POLITIK |
| 27. Juli 2010, 11:14 Uhr | Wann tritt OB Sauerland zurück? |
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Duisburg. Nach der Tragödie um die Love Parade, bei der am Samstag in Duisburg 20 Menschen starben und mehr als 500 verletzt wurden, wartet die Öffentlichkeit darauf, dass endlich Verantwortung übernommen wird. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) sieht sich unterdessen mit einer Vielzahl von Rücktrittsforderungen konfrontiert. Gestern erklärte er, an der Aufklärung mitwirken zu wollen, doch kaum einer glaubt, dass der OB im Amt zu halten sein wird.
NRW.jetzt dokumentiert nachfolgend die Erklärung, die OB Sauerland gestern abgegeben hat im Wortlaut:
"Gestern und auch heute ist die Frage nach Verantwortung gestellt worden, auch nach meiner persönlichen. Ich werde mich dieser Frage stellen. Doch heute und in den nächsten Tagen muss es darum gehen, die schrecklichen Ereignisse aufzuarbeiten und die vielen Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen.
Ich habe der Verwaltung bereits gestern Nachmittag eine Reihe von Fragen vorgelegt, die schnellstmöglich zu beantworten sein werden. Wir werden unsere Erkenntnisse unverzüglich der Staatsanwaltschaft mitteilen und diese darüber hinaus uneingeschränkt in ihrer Arbeit unterstützen. Auch unsere eigene Rolle gilt es dabei zu beleuchten: Wenn sich die Stadt etwas vorzuwerfen hat, dann werden wir Verantwortung übernehmen.
Ich kann das Geschehene nicht ungeschehen machen. Dies ist eine unfassbare Tragödie und wir sind nicht in der Situation, behaupten zu können, das Leid der Opfer und der Angehörigen auch nur ansatzweise nachvollziehen zu können. Ich kann erahnen, wie nah hier Wut und Trauer beieinander liegen.
Es gibt bohrende und drängende Fragen, auf die nun Antworten gefunden werden müssen. In einer eigens einberufenen Verwaltungsvorstandskonferenz habe ich daher alles Erforderliche veranlasst, um die Arbeit der ermittelnden Behörden uneingeschränkt zu unterstützen.
Doch die notwendige Aufarbeitung des Unglücks spiegelt natürlich nur eine Seite wider. Die Frage, ob wir uns etwas vorzuwerfen haben, beschäftigt mich ganz persönlich, lässt mich nicht ruhen. Die in diesem Zusammenhang genannte Forderung nach einem Rücktritt als Oberbürgermeister Duisburgs kann ich nachvollziehen. Und dennoch müssen wir uns die Zeit nehmen dürfen, zunächst die schrecklichen Geschehnisse aufzuarbeiten.
Ich will mich ausdrücklich auch an die Angehörigen der Verstorbenen wenden und auch an diejenigen, die Kinder, Verwandte und Freunde verloren haben oder die verletzt wurden:
Es tut mir unendlich leid. Ihr Schmerz ist nicht teilbar. Ich weiß, dass Sie von mir Antworten erwarten. Ich kann Ihnen diese heute nicht geben. Aber ich werde Ihnen diese geben, sobald sie vorliegen. Die Stadt trauert mit Ihnen, auch ich ganz persönlich. Ich bin in Gedanken bei Ihnen."
Kommentare
Klar hat seine Mannschaft versagt!
Klar wurden hier im Vorfeld Image, Prestige und Geld vor Sicherheit geschoben! Klar muss ein Kopf immer für die Schwächen seiner Mannschaft einstehen!
Ich denke aber, dass wir es hier mit einem hochbestechlich en Apparat zu tun haben. Wenn Sauerland jetzt geht, werden wir nie erfahren, wer eigentlich an diesem Fehlplanungsdes aster schuld ist.
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