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POLITIK
17. Januar 2010, 11:23 Uhr
Kyrill-Schäden fast vollständig beseitigt PDF Drucken E-Mail

Düsseldorf. Drei Jahre nach dem verheerenden Orkan Kyrill sind die Waldschäden in Nordrhein-Westfalen weitgehend beseitigt und neuer Wald wächst wieder nach. Am 18. Januar 2007 waren nach der wohl größten Natur­katastrophe, die Nordrhein-Westfalen jemals heimgesucht hatte, große Teile des Waldes vor allem in Südwestfalen verwüstet: 15 Millionen Festmeter Holz waren gefallen, das ist etwa die vierfache Menge des normalen Jahreseinschlags.

„Auch wenn die Schäden im Wald noch viele Jahre lang sichtbar sein werden und viele Waldbesitzer noch unter den Folgen zu leiden haben, können wir eine positive Bilanz des Katastrophenmanagements ziehen“, sagte Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU).

Direkt nach der Katastrophe stellte die Landesregierung 100 Millionen Euro an finanzieller Hilfe zur Verfügung. Für forstliche Maßnahmen hat zusätzlich der Bund noch knapp zehn Millionen Euro Sondermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe für Agrarstruktur und Küstenschutz bereit­gestellt. Dazu kamen 101 Millionen Euro aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union – das sind etwa 60 Prozent der Summe, die insge­samt der Bundesrepublik für die Kyrill-Bewältigung zur Verfügung ge­stellt wurde.

Die Hilfen im Einzelnen:
- EU-Mittel: Mit 101 Millionen Euro aus dem Solidaritätsfonds der Euro­päischen Union wurden Ausgaben des Landes und der Kommunen zur Bewältigung der Sturmkatastrophe ersetzt, insbesondere die unmittelba­ren Aufräumarbeiten oder die weitere Instandsetzung der öffentlichen Infrastruktur.

- Fördermittel des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen: Bisher wurden 41 Millionen Euro für forstliche Maßnahmen aus Landes- und Bundesmitteln bewilligt.

- Für fast 14 Millionen Euro wurden Maßnahmen für die Wiederauffors­tung der Kahlflächen mit klimastabilen Laub- und Mischbeständen be­willigt. Dies entspricht etwa 5.500 Hektar. Die übrigen Flächen haben sich durch Naturverjüngung wieder bestockt oder werden durch die Waldbesitzer allein mit Eigenmitteln aufgeforstet.

- Nahezu 24 Millionen Euro wurden für die Wiederherstellung der Wege­infrastruktur im Wald bewilligt.

- Hinzu kommen noch Mittel in Höhe von etwa drei Millionen Euro für den Forstschutz gegen Insekten und drei Millionen Euro für die Wiederher­stellung der touristischen Infrastruktur.

Das Umweltministerium hat zudem mit acht Millionen Euro die Vergabe günstiger Kredite durch die NRW-Bank an Waldbesitzer, Kommunen und holzverarbeitende Betriebe gefördert. Insgesamt wurden Kredite in Höhe von 65 Millionen Euro vergeben.

„Wir haben die Katastrophe gemeistert, mit einer enormen Kraftanstren­gung aller Beteiligten und mit den großzügigen finanziellen Hilfen von Land, Bund und EU“, sagte Uhlenberg und fügte hinzu: „Wir ziehen aber auch Lehren daraus. Die Wiederaufforstung steht zum Beispiel ganz unter dem Zeichen der Anpassung an den Klimawandel in Bezug auf Bodenerosionen und die Standfestigkeit von Bäumen.“