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POLITIK
27. November 2009, 14:35 Uhr
FDP freut sich über weniger Kaiserschnitte PDF Drucken E-Mail

Düsseldorf. Die Zahl der Kaiserschnitt-Geburten in NRW ist im vergangenen Jahr um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Darüber freut sich der FDP-Gesundheitsexperte Stefan Romberg. Hier sei ein Trend gestoppt worden, glaubt er.

Im Jahr 2008 gab es laut Statistischem Bundesamt in NRW 45922 Kaiserschnitte. Das entspricht 31,4 Prozent aller Geburten in Krankenhäusern. Im Jahr 2007 wären es noch 46415 (31,5 Prozent). Romberg: "Damit ist der Trend, der seit 2003 (26 Prozent) zu einem stetigen Anstieg führte, erstmals gestoppt."

Romberg hatte bereits im Jahr 2008 die hohe Rate an Kaiserschnitt-Geburten in NRW kritisiert und eine wissenschaftliche Untersuchung hinsichtlich der Gründe gefordert. "Ein Kaiserschnitt bedeutet sowohl ein erhöhtes Komplikationsrisiko bei der Mutter als auch erhöhtes Erkrankungsrisiko, zum Beispiel an Allergien für das Kind”, erklärt Romberg. Trotzdem kommen in NRW immer noch wesentlich mehr Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt als in Sachsen (21,7 Prozent).

Einen Grund sieht Romberg in falschen finanziellen Anreizen für die Krankenhäuser. "Eine natürliche Geburt ist für die Klinik schwer zu kalkulieren. Da der genaue Zeitpunkt der Geburt nicht bestimmbar ist, muss über 24 Stunden Personal vorgehalten werden. Ein Kaiserschnitt hingegen ist exakt zu planen. Das ist für die Kliniken natürlich organisatorisch einfacher", erläutert Romberg. Verstärkt werde dieser Effekt dadurch, dass die Krankenkassen für einen Kaiserschnitt mehr Geld zur Verfügung stellen als für eine natürliche Geburt. Daher fordert Romberg jetzt von den Krankenhäusern mehr Transparenz. "Viele Kliniken veröffentlichen ihre Kaiserschnittquote bereits. Ich hoffe, dass dies in Zukunft von allen Geburtsstationen so gehandhabt wird. Eine zu hohe Quote wird werdende Mütter, so sie denn über verbesserte Aufklärungskampagnen sensibilisiert sind, vorwarnen und dazu animieren, mit ihrem Arzt den Sinn eines geplanten Kaiserschnitts nochmals zu erörtern", meint Romberg. Sollten die Kliniken in NRW ihre Zahlen auch in Zukunft nicht freiwillig veröffentlichen, kündigte Romberg an eine gesetzliche Regelung zu prüfen.