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Alles unter Kontrolle Mit einem intelligenten Stromzähler hilft Yello Strom seinen Kunden seit Ende 2008, Geld zu sparen. Über eine Kooperation mit Google soll nun die Kontrolle des eigenen Stromverbrauchs Alltag für Internetnutzer werden.
Der Strompreis ist in aller Munde. Und das nicht erst seit der Liberalisierung des Strommarktes und angesichts zahlreicher neuer Anbieter überall im Land. Nicht wenige Verbraucher gehen hierzulande morgens nach dem Aufstehen zum Zähler, um nachzuschauen, wie der aktuelle Stand ist. Ein nutzloses, da wenig aussagekräftiges Unterfangen, addieren doch die oftmals Jahrzehnte alten Geräte einfach die Kilowattstunden. Eine Differenzierung nach verschiedenen Zeiten und Tarifen ist damit meistens unmöglich.
Im Dezember 2008 schreckte Yello Strom die Konkurrenz mit der Einführung eines sogenannten „intelligenten Stromzählers“ auf. Am Anfang noch belächelt, ziehen die anderen Stromanbieter inzwischen nach. „Es gibt immer mehr IP-Geräte in den Haushalten, das Internet ist allgegenwärtig“, sagt Yello-Geschäftsführer Martin Vesper, der das Gerät maßgeblich mit entwickelt hat. Und kampflustig weiter: „Kann mir jemand erklären, weshalb man in den Zählern noch Grammophon-Technik haben soll?“
Mit den neuen gelben Stromzählern, die Anfang 2009 wegen ihres schicken Aussehens sogar mit dem Designpreis der Bundesrepublik ausgezeichnet wurden, soll die Transparenz erhöht und den Verbrauchern so die Möglichkeit eröffnet werden, effizient und damit kostensparend Strom zu verbrauchen. Rund um die Uhr kann ein Nutzer online auf seinem PC zu Hause den Stromverbrauch im Gebäude ablesen. Das Einschalten einer Lampe oder des Fernsehapparats wird sekundenschnell in seiner Wirkung auf Stromverbrauch und Kosten visualisiert. Ganz automatisch kann der Kunde reagieren, bestimmte Energieverbräuche reduzieren oder zu kostengünstigeren Zeiten laufen lassen.
Intelligente Stromzähler, so schrieb das Wirtschaftsmagazin „Capital“ unter Bezug auf eine Studie der Beratungsgesellschaft Kearney, werden bis 2015 in der Hälfte der 40 Millionen deutschen Haushalte installiert sein und die Beziehung zwischen Energieversorgern und Kunden revolutionieren. So könnten die Versorger ihren Kunden signalisieren, wann der Strom am günstigsten ist. Die Verbraucher könnten wiederum elektrische Geräte wie Wasch- oder Geschirrspülmaschinen per Zeitschaltuhr zu genau diesen Zeiten starten.
Des einen Freud, des anderen Leid. Während eine steigende Zahl von Stromkunden die neuen Möglichkeiten gern nutzt, ist die Innovation für Datenschützer ein Graus. Missbrauch wird befürchtet, die technische Erfassung der Lebensgewohnheiten vieler Menschen bis hin zu der Information, wann ein Haus z. B. urlaubsbedingt leer steht. Von Hacker-Angriffen ganz zu schweigen.
Doch der Trend dürfte nicht mehr aufzuhalten sein, denn Yello ist längst nicht mehr allein. So startete RWE vergangenes Jahr in Mülheim damit, 100.000 Haushalte mit intelligenten Messgeräten auszustatten. Ein Modellversuch, den sich der Essener Stromriese immerhin 20 Millionen Euro kosten lässt.
Ab Herbst können die Besitzer von Yello-Geräten via iGoogle einen neuen Schritt in die Zukunft wagen. Mit einem „Google Power-Meter“-Gadget lässt sich viertelstündlich aktualisiert von jedem Computer aus, ein Blick auf den Stromverbrauch zu Hause werfen. Stromsparen als Alltagsgeschäft, zwischen Sportergebnissen und Wirtschaftsnachrichten im weltweiten Netz. |