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Es werde Licht

Medienfassaden sind der Renner in der Architektur. Nicht nur am Times Square in New York erobern multimediale Bilderwelten die Häuserwände. Bestes Beispiel ist die 2003 entstandene transparente Medienfassade von T-Mobile in Bonn mit modernster Leuchtdiodentechnik (LED) auf 300 Quadratmetern.
von Stefan Kleefisch

Weltweit führend in der Disziplin der Mediatektur ist ag4. Von der Idee bis zur Installation und Bespielung ist die Kölner Firma auch bei der PSD Bank in Münster federführend. Die Bank integrierte ihre Fassade 2008 in ein Neubauprojekt am Hafen. Die Fassade lässt 80 Prozent des Tageslichts in die Büroräume durchscheinen. Dank eines speziellen Programms bewegen sich die Panoramabilder im Takt mit dem DAX.

Doch was soll das Ganze überhaupt? Ralf Müller, geschäftsführender Gesellschafter von ag4: „T-Mobile schafft damit Identifikation mit dem Unternehmen. Der Ort wird als Signet für Interviews genutzt, auch das Rad-Team wurde vor dieser Kulisse vorgestellt. In Münster wollte die Bank der Stadt ein visuelles Geschenk machen. Es ist eine Geste an die Gegend. Außerdem setzt die Bank stark aufs Internet, insofern passt die elektronische Präsentation.“

Das neueste Projekt der ag4 ist die Verwirklichung der größten Medienfassade der Welt. Ab Spätsommer 2009 leuchtet an der ehemaligen Konzernzentrale der Bayer AG ein bis zu 40 Meter großes Firmenlogo, ausgestattet mit 5,6 Millionen LEDs.

Doch Medienfassaden sind kostspielig und nicht für ewig. Zum Baupreis kommen Energiekosten hinzu, die durch Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach indes reduziert werden. Und nicht nur das, wie Ralf Müller weiß:
„Alles wird mit intelligenter Software gesteuert. Nachts werden nur 13 Prozent der Energie gebraucht, und tagsüber wird bei direkter Sonneneinstrahlung abgeschaltet. Die LEDs halten bei maximaler Leuchtintensität 70.000 Stunden. Die garantierte Laufzeit der Fassaden sind zehn Jahre, sie halten aber viel länger. Die Unternehmen wissen, dass alles einem steten Wandel unterliegt. Das Firmenlogo ist nur artifiziell. Mit dieser modernen Art des Branding kann auch auf Namensänderungen reagiert werden.“

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