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Bildung, Forschung und Industrie sollen zusammenrücken |
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Klima retten, Märkte schaffen
Das Land Nordrhein-Westfalen möchte europäisches Innovationszentrum für die Energiewirtschaft werden. Innovationsminister Andreas Pinkwart träumt bereits vom CO²-freien Ruhrgebiet.
„Das Thema Energie wird in der öffentlichen Debatte unterschätzt.“ Da ist sich der Minister sicher. Gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Industrie arbeitet er derzeit mit Hochdruck an der Bewerbung für einen Top-Wettbewerb auf europäischer Ebene. Dabei geht es um die Standorte von insgesamt drei Wissens- und Innovationszentren des neuen Europäischen Technologie Instituts (EIT), das im kommenden Jahr seine Arbeit aufnehmen soll. Eile ist geboten, denn Ende August ist Bewerbungsschluss. Die Entscheidung wird dann im Januar 2010 fallen.
Das EIT soll das Flaggschiff der europäischen Innovation werden und die in ihrem jeweiligen Themengebiet Besten in Europa unter einem Dach zusammenführen. Gemeinsam mit der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich wirbt der Minister um Unterstützung aus der Industrie für die Bewerbung, die in Zusammenarbeit mit dem Land Baden- Württemberg erfolgen soll. Geplant wird beim EIT eine Kooperation von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Technologieführern aus der Wirtschaft. RWE und E.on haben angeblich bereits Interesse bekundet. Jedes der drei geplanten Zentren soll ein jährliches Budget von 100 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung erhalten. 25 Millionen davon stellt das EIT zur Verfügung, die restlichen 75 Millionen müssen die Bewerber selbst aufbringen – Industrie, Bund und Land, andere EU-Forschungstöpfe. „Ich rechne uns einige Chancen aus“, sagt Pinkwart und verweist dabei auf die Stärke der Forschungsregion Aachen-Jülich, die großen, forschungsstarken Energie- und Chemiekonzerne im Land sowie die Partner aus dem Südwesten, allen voran die Technische Universität Karlsruhe. Umweltverträglichkeit, Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit – das ist das „magische Dreieck“, in dem es nach Auffassung des Ministers völlig neue Antworten zu finden gilt. Dort werden die existenziellen Fragen zur Zukunft der Industrienationen gestellt. Pinkwart: „Wir investieren bei weitem nicht genug in die Forschung auf diesem Gebiet.“ Der Zuschlag für das EIT-Zentrum im Bereich Energie wäre deshalb für den Technologie- Standort Nordrhein-Westfalen nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein beachtlicher Reputationsgewinn. Denn das Konzept des EIT – „European Institute of Innovation und Technology“ – ist darauf angelegt, die Synergien zwischen Bildung, Forschung und Innovation durch den systematischen Aufbau von Clustern und Netzwerken der leistungsfähigsten Institute, Universitäten und Forschungszentren zu stärken. Hier sollen für die Zukunft neue Ideen entwickelt werden, die auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedürfnisse zielen. Neue Produkte, Dienstleistungen, Geschäfts- und Organisationsmodelle, die erfolgreich in neue Märkte eingeführt werden oder gar neue Märkte schaffen, sind das Ziel.
Unsere Trümpfe: 
• In Jülich arbeiten Forscher des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt in Köln (DLR), der RWTH Aachen und der Fachhochschule Aachen an einem solaren Hochtemperaturkraftwerk. Die Vision: In Nordafrika mit Hilfe der Sonne CO²-frei Strom zu erzeugen, der durch Stromkabel nach Mitteleuropa transportiert werden könnte. NRW ist in dieser Technologie führend in Europa | 
• An der RWTH Aachen will man mehr, als nur Erdöl und Gas durch pflanzliche Substanzen ersetzen. Hier werden neue, optimierte Verbrennungsmotoren entwickelt, die jedoch maßgeschneiderte Kraftstoffe benötigen. 19 Institute der Aachener Uni arbeiten mit einem Fraunhofer Institut und einem Institut der Max-Planck-Gesellschaft als auch in engem Kontakt mit der Industrie zusammen. | 
• In Mobiltelefonen und Notebooks werden sie bereits eingesetzt, vielleicht sind sie die Zukunft der Elektroautos: Lithium-Ionen-Batterien. Ein Zentrum dieser Arbeiten in NRW stellt die Universität Münster dar. Hier wird mit Unterstützung von Evonik, Volkswagen und anderen an Energiespeicherung und Energieumwandlung für batteriegetriebene Elektrofahrzeuge geforscht. | 
• Am Lehrstuhl für Wärme- und Stoffübertragung der RWTH Aachen arbeiten Forscher an CO2-armen Kohlekraftwerken. um einen, indem die Wissenschaftler versuchen, die Wirkungsgrade der Kraftwerke zu erhöhen - also mit gleichem Aufwand mehr Energie zu produzieren. Zum zweiten, indem versucht wird, CO2 nicht in die Luft auszustoßen, sondern abzutrennen und zu speichern. |
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